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Frankreich mit Mietwagen: Routen für den Süden

Frankreich mit Mietwagen: Routen für den Süden

Mit einem Mietwagen durch Südfrankreich lassen sich die schönsten Ecken der Provence, der Côte d'Azur und des Languedoc auf eigene Faust entdecken. Dieser Artikel stellt drei konkrete Routen für den Südfrankreich Roadtrip vor und gibt praktische Tipps zur Buchung und Fahrt. So gelingt die Frankreich Rundreise mit dem Auto reibungslos.

Wer Südfrankreich wirklich erleben will, kommt am Mietwagen kaum vorbei. Züge fahren an den Küsten entlang, Busse bringen Sie in die Städte – aber jenes kleine Lavendelfeld kurz vor Valensole, das versteckte Weingut in den Corbières oder der Aussichtspunkt hoch über dem Verdon-Canyon: Die lassen sich nur mit eigenem Fahrzeug erreichen. Ein Südfrankreich Roadtrip eröffnet Freiheiten, die kein Pauschalreiseprogramm bieten kann. Dieser Artikel zeigt Ihnen die schönsten Routen, erklärt, worauf es bei der Mietwagenbuchung ankommt, und gibt praktische Ratschläge für die Straße.

Warum ein Mietwagen in Frankreich die richtige Wahl ist

Frankreich hat eines der dichtesten Fernstraßennetze Europas – doch gerade im Süden liegen die interessantesten Orte abseits der großen Achsen. Die Gorges du Verdon, das Lubéron-Gebirge, die Weinlandschaften des Languedoc oder die Bergdörfer in den Pyrenäen: All das verlangt nach Flexibilität. Ein Mietwagen Frankreich erlaubt es, morgens spontan einen anderen Weg einzuschlagen, einen Marktbesuch einzuschieben oder einfach länger zu bleiben, wo es gefällt.

Hinzu kommt die Frage der Kosten. Wer mehrere Regionen kombinieren möchte – etwa die Provence, die Côte d'Azur und das Languedoc – zahlt für Bahn und Bus schnell mehr als für einen Kompaktwagen über zwei Wochen. Besonders Familien und Kleingruppen profitieren vom Mietwagen: Das Gepäck bleibt im Kofferraum, Umsteigen entfällt, und die Kinder schlafen auf der Rückbank, während Sie schon die nächste Etappe ansteuern. Mehr zu den verschiedenen Anreisemöglichkeiten lesen Sie in unserem Vergleich Bahn, Flieger oder Auto: So reisen Sie nach Frankreich.

Wichtig beim Buchen: Mietwagen in Frankreich sind in der Hauptsaison (Juli/August) knapp und teuer. Wer im Vorfeld – am besten drei bis vier Monate vorher – bucht, spart oft 30 bis 50 Prozent gegenüber dem Spontanpreis an der Mietstation. Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung lohnt sich, vor allem auf engen Landstraßen in der Provence oder den Pyrenäen, wo Steinschlag und Begegnungsverkehr keine Seltenheit sind.

Route 1: Die klassische Provence-Runde

Diese Frankreich Rundreise Auto-Route beginnt am Flughafen Marseille-Provence und führt in einer Schleife durch das Herz der Provence zurück. Rund 600 Kilometer, ideal für sieben bis zehn Tage. Die erste Etappe führt von Marseille über Aix-en-Provence nach Apt – dem Tor zum Lubéron-Gebirge. Gordes, Roussillon und Bonnieux sind die Dörfer, die in keinem Reiseführer fehlen, und zu Recht: Ockerfarbene Felsen, Lavendelfelder im Juni und Juli, mittelalterliche Gassen.

Von Apt weiter Richtung Nordosten erreichen Sie Forcalquier, ein unterschätztes Städtchen mit einem der lebendigsten Wochenmärkte der Region. Dann geht es hinunter zu den Gorges du Verdon – Europas Grand Canyon, wie er manchmal genannt wird. Die Route des Crêtes entlang des Südufers ist fahrbar mit jedem normalen Pkw, aber nicht für schwache Nerven: Die Straße windet sich hunderte Meter über dem türkisfarbenen See. Planen Sie für diesen Abschnitt einen halben Tag ein, halten Sie häufig an. Welche Jahreszeit für diese Gegend am besten passt, erfahren Sie in unserem Artikel Die Provence: Wann ist die beste Reisezeit?.

Die Runde schließt sich über Manosque und Salon-de-Provence zurück nach Marseille oder Aix. Wer noch Zeit hat, sollte einen Abstecher nach Les Baux-de-Provence einplanen – das Felsdorf über der Alpilles-Ebene gehört zu den meistfotografierten Orten Südfrankreichs, am schönsten in der Morgenstunde, wenn die Tagestouristen noch schlafen.

Route 2: Küste und Hinterland der Côte d'Azur

Die Côte d'Azur polarisiert: Cannes, Nizza, Monaco – Trubel, Yachten, überfüllte Strände. Doch wer mit dem Mietwagen ins Hinterland abbiegt, entdeckt ein völlig anderes Gesicht der Region. Diese Route startet in Nizza und führt in fünf bis sieben Tagen durch die Arrière-Pays, das bergige Hinterland direkt hinter der Küste.

Eze, hoch über dem Meer auf einem Felsvorsprung, ist ein guter erster Halt. Dann hinauf nach Peillon und Saorge – Dörfer, die sich wie Schwalbenester an senkrechte Felswände klammern. Die Route du Sel, die historische Salzstraße ins Piemont, verläuft durch das Roya-Tal und bietet Panoramaausblicke, die mit der Riviera selbst problemlos mithalten. Wer tiefer ins Gebirge will, steuert den Mercantour-Nationalpark an: Marmots, Steinböcke, Wolfsrudel – und Straßen, die im Sommer auch für ungeübte Bergfahrer gut befahrbar sind.

Zurück Richtung Küste empfiehlt sich die mittlere Corniche zwischen Eze und Nizza: Diese Panoramastraße – eine von drei parallelen Küstenrouten – bietet die schönsten Ausblicke auf Monaco und den Golfe de la Napoule, ohne den Stau der Autobahn.

Route 3: Languedoc und Katharerburgen – der wilde Westen

Weniger bekannt, dafür umso authentischer: Das Languedoc zwischen Montpellier und Carcassonne ist für viele Reisende noch Geheimtipp. Diese Route für den Südfrankreich Roadtrip eignet sich besonders für Weinliebhaber, Geschichtsinteressierte und alle, die überfüllten Touristenorten aus dem Weg gehen möchten.

Startpunkt ist Montpellier mit seiner mittelalterlichen Altstadt und einer der ältesten Universitäten Europas. Von dort führt die Route nach Pézenas – dem Städtchen, das Molière prägte – und weiter in die Corbières, jene raue Hügellandschaft aus Macchia, Weinreben und verwittertem Kalkstein. Hier stehen die Ruinen der Katharerburgen: Quéribus, Peyrepertuse, Aguilar. Diese Festungen auf schwindelerregenden Felsrippen waren im 13. Jahrhundert Zufluchtsort der Katharer vor der Inquisition. Heute sind sie mit dem Auto erreichbar – die letzten Meter zu Fuß, aber das Panorama rechtfertigt jeden Schritt.

Am Ende der Route: Carcassonne, die am besten erhaltene mittelalterliche Stadtfestung Europas. Übernachten Sie innerhalb der Mauern, wenn das Budget es erlaubt – abends, wenn die Tagestouristen abgereist sind, ist die Cité ein anderer Ort.

Praktische Tipps für den Mietwagen-Roadtrip durch Südfrankreich

Ein paar organisatorische Punkte machen den Unterschied zwischen einem entspannten und einem stressigen Urlaub. Hier die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick:

  • Fahrzeugklasse wählen: Für Stadtfahrten und Landstraßen reicht ein Kleinwagen. Wer ins Gebirge will (Mercantour, Pyrenäen, Gorges du Verdon), sollte einen Kompaktwagen mit ausreichend Motorleistung buchen – mindestens 100 PS bei beladenem Fahrzeug.
  • Automatik oder Schaltgetriebe: In Frankreich dominiert das Schaltgetriebe. Wer Automatik möchte, muss das explizit buchen und zahlt meist einen Aufpreis von 15 bis 25 Euro pro Tag.
  • Mautgebühren einplanen: Frankreichs Autobahnen sind kostenpflichtig. Für eine zweiwöchige Rundreise durch den Süden können Mautkosten von 80 bis 150 Euro zusammenkommen. Alternativ: Die Nationalstraßen (N-Routen) sind kostenlos, oft malerischer, aber langsamer.
  • Vignette und Umweltzonen: Seit 2017 gilt in vielen französischen Städten die Crit'Air-Plakette. Marseille, Nizza, Montpellier und Aix-en-Provence können Fahrverbote für ältere Fahrzeuge verhängen. Prüfen Sie beim Mietanbieter, welche Plakette das Fahrzeug trägt.
  • Parkplätze in Altstädten: In engen Altstädten wie Gordes, Les Baux oder Carcassonne gibt es meist Parkplätze am Ortseingang – einfach zu Fuß hineinlaufen und das Ärgernis der Wendemanöver in Gassen sparen.
  • Tankstellen auf dem Land: In ländlichen Regionen können Tankstellen dünn gesät sein. Füllen Sie den Tank immer auf, wenn Sie unter die Hälfte sinken – besonders in den Corbières oder den Haute-Alpes.

„Der schönste Moment eines Südfrankreich-Roadtrips ist nicht die Ankunft an einem berühmten Ort – sondern die unerwartete Kurve auf einer kleinen Straße, die plötzlich den Blick auf ein Lavendelfeld oder eine mittelalterliche Burg freigibt. Das geht nur mit eigenem Fahrzeug."

Häufige Fehler beim Mietwagen in Frankreich – und wie Sie sie vermeiden

Auch erfahrene Reisende tappen in dieselben Fallen. Die folgenden Punkte basieren auf typischen Erfahrungsberichten und helfen, böse Überraschungen zu vermeiden.

Das Fahrzeug bei Übernahme nicht gründlich prüfen

Nehmen Sie sich bei der Fahrzeugübernahme zehn Minuten Zeit und dokumentieren Sie jeden vorhandenen Schaden mit Fotos – mit sichtbarem Zeitstempel. Kratzer am Unterboden, Felgenschäden und Druckstellen an Stoßstangen werden sonst gerne dem letzten Mieter angelastet. Die meisten Anbieter haben Formulare zur Schadensdokumentation, aber das eigene Fotoprotokoll ist die bessere Absicherung.

Die Rückgabezeit unterschätzen

Wer den Mietwagen am letzten Urlaubstag morgens um sieben am Flughafen abgeben muss, sollte die letzte Übernachtung in Flughafennähe planen. Staus auf dem Périphérique von Nizza oder Marseille können jeden Zeitpuffer vernichten. Puffer von mindestens 90 Minuten vor Abgabe sind realistisch.

Nur auf die Autobahn verlassen

Frankreichs Landstraßen – besonders die D-Routen – sind oft besser ausgebaut als erwartet und führen durch Landschaften, die die Autobahn vollständig verdeckt. Ein Navigationsgerät, das auch Alternativrouten vorschlägt, lohnt sich. Viele Mietanbieter vermieten GPS-Geräte dazu, aber das eigene Smartphone mit offline-fähiger Karte (etwa Maps.me oder HERE WeGo) ist günstiger und zuverlässiger.

Wer diese Punkte im Blick behält, wird seinen Frankreich Rundreise Auto-Urlaub als unkompliziert und ausgesprochen bereichernd erleben. Südfrankreich belohnt jene, die bereit sind, gelegentlich vom Plan abzuweichen – und genau das macht der Mietwagen möglich.

Fragen & Antworten

Welche Fahrzeugklasse empfiehlt sich für einen Mietwagen-Roadtrip durch Südfrankreich?

Für Routen entlang der Küste und durch flache Regionen reicht ein Kleinwagen vollkommen aus. Wer hingegen ins Gebirge – etwa in den Mercantour-Nationalpark, die Gorges du Verdon oder die Pyrenäen – möchte, sollte mindestens einen Kompaktwagen mit 100 PS oder mehr buchen. Bei größeren Reisegruppen oder viel Gepäck ist ein Kombi die stressfreiere Wahl.

Muss ich in Frankreich mit dem Mietwagen Maut bezahlen?

Ja, die meisten Autobahnen in Frankreich sind mautpflichtig. Für eine zweiwöchige Rundreise durch den Süden können je nach Route 80 bis 150 Euro an Mautgebühren anfallen. Eine kostenfreie Alternative bieten die Nationalstraßen (N-Routen) und Departementstraßen (D-Routen), die oft malerischer sind, aber mehr Fahrzeit erfordern.

Wann sollte ich einen Mietwagen in Südfrankreich am besten buchen?

In der Hauptsaison von Juli bis August sind Mietwagen in Südfrankreich knapp und deutlich teurer. Eine Buchung drei bis vier Monate im Voraus kann 30 bis 50 Prozent günstiger sein als eine Spontanmiete. Außerhalb der Hauptsaison – also im Mai, Juni oder September – sind Preise und Verfügbarkeit entspannter.

Benötige ich eine besondere Plakette für Städte wie Nizza oder Marseille?

Ja, in vielen französischen Städten gilt die sogenannte Crit'Air-Plakette, die Fahrzeuge nach Emissionsklassen einteilt. Bei älteren Mietwagen kann es in bestimmten Umweltzonen zu Einschränkungen kommen. Klären Sie vor der Anreise mit Ihrem Mietanbieter, welche Crit'Air-Kategorie das gebuchte Fahrzeug hat.

Welche Route empfiehlt sich für einen ersten Mietwagen-Roadtrip durch Südfrankreich?

Die klassische Provence-Runde ab Marseille ist ideal für Erstbesucher: gut ausgebaute Straßen, ikonische Landschaften wie das Lubéron-Gebirge und die Gorges du Verdon, und eine überschaubare Gesamtdistanz von rund 600 Kilometern für sieben bis zehn Tage. Diese Route kombiniert Kultur, Natur und Gastronomie auf kurzem Raum.

Ist es sinnvoll, ein GPS-Gerät beim Mietanbieter dazuzubuchen?

In den meisten Fällen ist das eigene Smartphone mit einer offline-fähigen Navigations-App wie Maps.me oder HERE WeGo die günstigere und flexiblere Lösung. Die GPS-Geräte der Mietanbieter kosten oft 10 bis 15 Euro pro Tag und sind manchmal veraltet. Laden Sie Kartenregionen vor der Reise herunter, damit Sie auch ohne Mobilfunkempfang sicher navigieren können.